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Bergschule Immenstadt



Klettern im Reich der Sandsteintürme



















Erfolgreiches und unfallfreies Jahr 2016 wünsche ich




Matterhorn Nordwand

Nordwand 1.Durchsteigung 31.07. - 01.08.1931 durch Franz und Toni Schmid

Schmidroute bei besten Bedingungen 28.09.2014

 


                                                                                                                                     Ulf Kühner bei der Arbeit



 

 



Erfolg am Shivling 2014


Der Shivling, 6543 Meter hoch, liegt in der Gangotri-Gruppe im Garhwal Himalaya in Indien.

28 Träger trugen für uns ca.350 kg Ausrüstung und Verpflegung von Gangotri 3000m ins Basislager am Fuße des Shivling.
Im Hintergrund die Bhagirathi Gruppe, rechts Shivling.

Das Basislager Tapowan, die große Hochebene am Fuße des Shivlings, in 4300 Meter Höhe mit Bächen und kleineren Seen,
war dieses Jahr noch eingeschneit.
Bei unserer Ankunft in Tapowan hatten wir bestes Wetter, so dass uns der Schnee nur beim Zelt aufstellen behinderte.
Alle Teilnehmer waren gesund - so konnten wir mit kleineren Akklimatisationstouren starten.



Leider war uns dann der Wettergott nicht mehr wohlgesonnen.
Nach der ersten Woche im Bascamp hatten wir mehrere Tage Schneefall,
mit bis zu über einem Meter Neuschnee in einer Nacht.
Jede zweite Stunde mussten wir unsere Zelte freischaufeln.

Nach drei Tgen war der stärkste Schneefall vorüber, die Tage waren nun aufgeteilt in Vormittag mit bestem Wetter und
am Nachmittag konnte man ab 14:00 Uhr mit 100%iger Sicherheit davon ausgehen, dass es wieder zu schneien anfängt.
Die Lawinen am Berg rauschten nur so hinunter, da half das beste Wetter nichts.
In den nächsten Tagen war nun die Lage sehr angespannt, auch was die Routenwahl betraf. Unser ursprüngliche Plan,
über die Nordost-Wand zum Ostgrat zu klettern und diesen dann zum Gipfel zu folgen, war defintiv nicht möglich.

Letztendlich fiel die Entscheidung, unseren Aufstieg auf der Westseite links vom Westgrat zu versuchen.
Dennoch wollten Walter und ich eine neue, objektiv sicherere Variante zum Westgrat versuchen. Aber auch dort
war uns der Neuschnee zu viel. Um nun mindestens den Gipfel zu erreichen, wählten wir dieselbe Route wie Henning,
Heiner und Niels. Unsere drei Mitstreiter am Berg hatten bereits an einem Gratturm auf der Westseite in 5485 Meter Höhe
ihr Hochlager eingerichtet.

Nun konnte es endlich mal losgehen. Walter und Niels entschieden sich schon am Nachmittag des 27.05. für den Aufstieg
ins Hochlager, zahlten dafür aber einen hohen Preis, denn sie mussten teilweise im knietiefen Sulzschnee ins Hochlager
spuren. Wie selbsverständlich fing es zudem auch noch am Abend an leicht zu schneien. Ich entschied mich mit Heiner Heim
und Henning Stoll für den kommenden Tag, gleich in der Früh für den Aufstieg ins Hochlager. Es war alles perfekt, das Wetter
bestens und der Aufstieg ins Hochlager ein leichtes, da alle drei gut akklimatisiert und wunderbarer Trittfirn zum Aufsteigen.

Mit unseren WalkieTalkies hatten wir immer zur vollen Stunde Funkverbindung mit Niels und Walter vereinbart. Was wir
am Funk um 14:00 Uhr hörten war, dass sie im Abstieg sind, aber es sehr schwierig und sehr langsam vorangeht. Spontan
entschied ich mich mit Heiner, Walter und Niels entgegen zu gehen und diese beim Abstieg zu unterstützen.
Beide hatten durch die extrem anstrengende Spurarbeit im tiefen Schnee viel Kraft verbraucht und Niels war uns für
den mitgebrachten Tee und die Powerbars sehr dankbar.

Gegen 22:00 Uhr lagen wir endlich in unseren Schlafsäcken. Unser Plan war 2:30 Uhr Start.

Durch die vorangegangene Spurarbeit von Niels und Walter kamen wir schnell voran, obwohl die Aufstiegsspuren vom Vortag
sehr oft zugeweht und nicht mehr zu sehen waren. Die ersten 400 Meter des Aufstieges waren objektiv extrem gefährlich,
da wir permanent einem möglichen Eisschlag des riesigen Hängegletschers über uns ausgesetzt waren.
Da hieß es für uns drei "Augen zu und durch!".

Um so schnell wie möglich aus der potenziellen Gefahrenzone zu kommen, gingen wir bis auf zwei Seillängen alles Seil frei.
Oberhalb des riesigen Seracs auf ca. 6.100 Meter wurde die Luft dann langsam dünn. Die Kletterei war nicht schwierig,
aber dennoch erforderte sie unsere vollste Konzentration, da die Gipfeleiswand teilweise mit Blankeis aufwartete.
Nach fünfeinhalb Stunden standen wir - Heiner Heim, Henning Stoll und ich - auf dem Gipfel des Shivling in 6543 Meter Höhe.

Glückliche Gesichter auf dem Gipfel des Shivling.



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