K7, Karakorum Pakistan (2005)
Außer
Spesen nichts gewesen?
Vier
Tage vor unserer Abreise nach Pakistan erreichte mich diese Mail und
wir vier, Cedric Hähle, Hans Mitterer, Herr Stöcker und Ich machten
ziemlich dumme Gesichter.
„Dear
Reiner Treppte
This
year K-7 has two expeditions and K-6 has one expedition. All the
three expeditions have not getting permission. You know in Pakistan
there is army government and we cannot objection.
Please
inform us soon
Thanks
Mohammad
Ali”
Was
machen wir nun?
Wir
entschieden uns dafür, auf jeden Fall nach Pakistan zu reisen und
vor Ort nochmals zu versuchen, eine Genehmigung für die Besteigung
des K7 zu bekommen. Um es kurz zu machen: der Versuch war erfolglos
und so zogen wir zwei Tage nach unserer Ankunft in Islamabad in
Richtung Karakorum los. Unsere Agentur Magic Mountain hatte alles,
außer das Permit für den K7 professionell im Griff und so waren wir
schon nach zwei Tagen Busfahrt und einem Tag im Jeep im letztem
Bergdorf Huske, von wo es nur noch zu Fuß weiterging. Leider geht es
nur noch für Hans und Cedric weiter, da Urs und Ich von einem
ziemlich starken Virus geplagt werden. Mit schwerem Husten, Fieber
und Gliederschmerzen nehmen wir einen Jeep und lassen uns einen Tag
nach Skarda zurück fahren. Dort im Hotel können wir uns
auskurieren. Hans und Cedric gehen mit dem ganzen Expeditionsgepäck, welches 30 Träger für uns tragen , ins Basislager, was man in zwei
Tagen erreicht. Als wir (Urs & Ich) eine Woche später auf 4300 m
Höhe im Basecamp ankommen, sind Hans und Cedric schon sehr gut
aklimatisiert und brechen zum Mittleren Farol, einem bis dahin
unbestiegenen 6000er auf. Urs und mir geht es nach unserer Krankheit
zwar besser, aber so richtig fit sind wir noch nicht. Als erstes
schauen wir beide uns im Charakusa Valley nach einem Ziel um, was mit Aklimatisierungstouren verbunden ist. Nach einigem entdecken und wieder verwerfen, entscheiden wir uns für einen
unbestiegenen Pfeiler an den riesigen Wänden des K7. Wir dürfen den
K7 zwar nicht besteigen aber an seinen Wänden und Pfeilern darf
geklettert werden. Hoch motiviert tragen wir unsere Bigwall-Ausrüstung zum Fuße des Pfeilers in 5000m Höhe, wo wir unser Lager
mit Porterledge einrichten. Leider läuft so ziemlich alles schief
was schief laufen kann. Beim Materialtransport breche ich in eine
Gletscherspalte ein und trage ein paar Rippenprellungen davon.
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Die
Risse sind vom Schmelzwasser zu kleinen Bächen geworden. So klettern
wir die ersten vier Seillängen im Wasser. Vom Steinschlag wird unser
Porterledge getroffen und völlig zerrissen, so dass wir bei bestem
Wetter wieder absteigen müssen. Aber auch das Wetter lässt uns
ziemlich im Stich. Nach zwei sonnigen Tagen, folgen regelmäßig zwei
bis drei Tage Regenschauer und Schneefall. Zum Glück haben wir
über Sattelitentelefon immer den Wetterbericht aus Innsbruck im Ohr.
Und so pendeln wir zwei zwischen Basecamp und Pfeiler. Irgendwann
ist aber auch die letzte Energie von uns beiden verbraucht. Das Wetter
wird wieder schlecht und die Entscheidung fällt uns nicht schwer.
Wir packen unser Material aus der Wand um den Rückzug anzutreten.
Leider ist der Rückzug auch noch mal eine ziemliche Schinderei, bis
wir die gesamte Ausrüstung wieder im Basislager haben, aber dann ist
es geschafft. Und zwei Tage später kommen die Träger und es geht ab
nach Hause. Für mich steht fest, das ich zum K7 zurückkehren muss!
Denn wenn auch so ziemlich alles daneben ging, war es auf jeden
fall ein Erlebniss der besonderen Art.
Rainer
Treppte
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